Premierenauftritt am zweiten Advent

Am Sonntag muss unsere Mannschaft erstmals zum Bremer SV

Es steht der vorletzte Spieltag und damit die letzte Auswärtsreise des Jahres an. Zwar war der SC Weiche Flensburg 08 schon oft in Bremen zu Gast, aber bislang stets beim Werder-Nachwuchs und noch nicht beim Bremer SV. Im Stadion am Panzenberg im Stadtteil Utbremen gibt unsere Mannschaft am zweiten Advent zum ersten Mal ihre Visitenkarte ab. Bevor aber die Partie beim Aufsteiger am Sonntag bereits um 13.00 Uhr angepfiffen werden wird, haben wir für Euch wieder ein paar Fakten zusammengestellt.

 

Zur Lage: Liga spielt weiterhin verrückt

Der große Gewinner des ersten Rückrundenspieltags war Tabellenführer VfB Lübeck, der nicht nur das Spitzenspiel gegen den Hamburger SV II vor der neuen Regionalliga-Nord-Rekordkulisse von 7.505 Zuschauern mit 2:1 gewann. Zugleich profitierte der Top-Favorit von den Patzern des Tabellenzweiten Hannover 96 II, der bei Teutonia 05 nach einem 0:4-Pausenrückstand mit 2:4 unterlag, sowie vom torlosen Remis von Jeddeloh und Drochtersen/Assel. So beträgt der Vorsprung des VfB nun wieder komfortable sechs Punkte. Hinter dem HSV II, Hannover II und Jeddeloh reiht sich jetzt Weiche nach dem 4:1-Heimsieg gegen Emden wieder auf Platz 5 ein, da Norderstedt beim immer stärker auftrumpfenden TSV Havelse durch den Doppelschlag von Yannik Jaeschke (11., 35.) mit 0:2 unterlag. Neben Teutonia bilden auch Lohne nach dem 1:1-Remis in Kiel und Phönix Lübeck nach dem 3:0-Sieg beim FC St. Pauli II das stabile Mittelfeld. Delmenhorst konnte gegen Hildesheim einen wichtigen 3:2-Heimsieg feiern, während sich Rehden und der Bremer SV 1:1-unentschieden trennten. Spielfrei blieb die U 23 von Werder Bremen.

Am Mittwochnachmittag konnte der FC St. Pauli II in einem vorgezogenen Spiel der 22. Runde einen enorm wichtigen 2:1-Sieg im Abstiegskampf gegen den Nachwuchs von Werder Bremen feiern. Ebenfalls am Mittwoch, jedoch fünf Stunden später, drehte der HSV II in Lohne in den Schlussminuten durch Treffer der eingewechselten Theo Harz (89.) und Tom Sanne (90.+1) in einem Nachholspiel des 15. Spieltags einen 1:2-Rückstand in einen 3:2-Sieg. Die U 21 des HSV schaffte damit durch das beste Torverhältnis gegenüber dem punktgleichen 96-Nachwuchs und dem SSV Jeddeloh den Sprung von Rang vier auf Platz zwei.

Der 21. Spieltag beginnt mit dem Spiel der Extreme. Im Ostfriesland-Stadion empfängt das Schlusslicht Kickers Emden am Freitagabend den Spitzenreiter VfB Lübeck. Am Samstag gastiert beim HSV-Nachwuchs die Mannschaft der Stunde: der TSV Havelse. Der Drittliga-Absteiger hatte gegen Weiche (2:0) eine erstaunliche Erfolgsserie begonnen und seitdem nur beim VfB Lübeck (2:2) Punkte gelassen, hingegen mit Drochtersen (1:0), Jeddeloh (4:0) und Norderstedt (2:0) allesamt Mannschaften der oberen Tabellenhälfte geschlagen. Im zweiten Samstagsspiel empfängt Hannover II den BSV Rehden. Den Auftakt des Sonntags bieten der Bremer SV und Weiche. Außerdem stehen am Sonntagnachmittag die Begegnungen Hildesheim gegen Teutonia 05, Holstein II gegen Delmenhorst, Phönix gegen Lohne, Norderstedt gegen Jeddeloh sowie Drochtersen gegen Werder Bremen II auf dem Spielplan. Ohne Einsatz bleibt der FC St. Pauli II.

 

Zum Gegner: Neuling im Abstiegskampf

Dem Bremer SV haben die meisten Expertinnen und Experten vor der Saison einen harten Abstiegskampf vorausgesagt. Zumindest zwischenzeitlich sah es so aus, als könnte sich der Neuling aus dem tiefsten Abstiegsschlammassel raushalten. Gegen Jeddeloh (3:2) und Rehden (3:1) gelangen im August zwei Siege binnen vier Tagen. Nachdem in Drochtersen mit 2:1 gewonnen wurde, schaffte der BSV auch in Hildesheim (4:0) und gegen Holstein II (3:2) zwei „Dreier“ in Serie. Allerdings war der Sieg gegen den Störche-Nachwuchs am 2. Oktober der letzte volle Erfolg in der Liga. Seitdem sind sieben Spiele vergangen, und die Tabellensituation für die Schützlinge von Trainer Torsten Gütschow hat sich deutlich verschlechtert. Das jüngste 1:1-Remis in Rehden war der erste Teilerfolg nach fünf Niederlagen. Dabei mussten die Bremer in der Schlussphase des BSV-Duells in Unterzahl den Punkt retten: Torschütze Allah Aid Hamid kassierte in Rehden „Gelb-Rot“ (76.) und wird damit am Sonntag gegen Weiche definitiv gesperrt zusehen müssen. Die Männer mit den blau-weiß gestreiften Stutzen haben mit Linksaußen und Kapitän Sebastian Kmiec einen weiteren Leistungsträger, der verletzungsbedingt ausfallen dürfte. Lukas Muszong, zuletzt ebenfalls verletzt, kam in Rehden hingegen zu einem 20-minütigen Comeback.

Das Saisonziel des Aufsteigers ist klar definiert und wird von Trainer Torsten Gütschow unisono mit der sportlichen Leitung verfolgt: Klassenerhalt. Der 60-jährige Ex-Profi hatte das Amt nach dem Aufstieg im vergangenen Sommer übernommen. Vor der Saison meinte der Ex-Dresdner gegenüber dem Online-Portal „fussball.de“ zu den eigenen Aussichten: „Der Klassenverbleib wäre für uns wie eine Meisterschaft. Dafür müssen wir bis zu fünf Mannschaften hinter uns lassen.“ In solchem Ton schätzte er auch die 1:2-Niederlage aus dem Hinspiel ein, als er auf der Pressekonferenz nach jener Partie erklärte: „Wir haben keine Punkte mitgenommen, aber ansonsten bin ich absolut zufrieden mit meiner Mannschaft. Mit der Leistung bin ich einverstanden. Und wenn wir diese jede Woche abrufen, bin ich auch davon überzeugt, dass wir die Klasse halten werden.“ Ein Pfund im Abstiegskampf könnte für den aktuellen Tabellensiebzehnten der Spielplan sein. Zwar hat man von acht Heimspielen auch schon fünf verloren. Auswärts mussten die Blau-Weißen aber schon elfmal antreten. Allerdings stehen die Weserstädter auf dem letzten Platz der Fairplay-Tabelle. Bereits sechsmal musste ein BSV-Spieler vorzeitig zum Duschen (fünfmal „Gelb-Rot“, einmal „Rot“).

Insgesamt haben die Bremer durch einige Aktionen positiv auf sich aufmerksam machen können. So bereitet man sich gerade auf das „Weihnachtssingen“ im Stadion am Panzenberg vor, das zwei Tage vor Heiligabend stattfinden soll. Und vor kurzem wurden die Fans des BSV für den „Spruch des Jahres“ bei einem bundesweiten Wettbewerb der „Akademie für Fußballkultur“ nominiert, wo sie am Ende Platz zwei belegten. Zum DFB-Pokalspiel Ende Juli gegen Schalke 04 (0:5) hatten sie beim „Heimspiel“ in Oldenburg ein Transparent enthüllt, auf dem stand: „Choreo fällt heute aus, haben das Geld beim Aufstieg versoffen!“ Die Jubelarien zum Aufstieg sind wiederum leicht verständlich, denn der BSV hatte seit 2013/14 sechsmal die Meisterschaft in Bremens Oberliga geholt, doch den Sprung in die Regionalliga erst 2022 geschafft.

 

Unsere Mannschaft: zwei werden fehlen

Nach dem 4:1-Sieg gegen Emden fiel unseren Mannen eine Last von den Schultern. Endlich war der Bock umgestoßen, „endlich starten wie die neue Trainingswoche am Montag mal wieder mit einem Sieg“, atmete Kapitän Dominic Hartmann erleichtert auf. Zeit war es, und Zeit wird es, dass es auch auswärts wieder klappt. Gelangen zum Saisonbeginn vier Siege in fremden Stadien in Serie, so folgten danach zwei Remis und zwei Niederlagen in den anderen vier Auswärtsspielen. Und stets waren zwei Gegentore dabei (2:2 in Delmenhorst und Norderstedt sowie 1:2 in Rehden und 0:2 in Havelse). Überhaupt: „Mal zu Null zu gewinnen, würde uns gut tun“, meint Brian Jungjohann, der allerdings zu bedenken gibt, dass der Bremer SV ein richtig schwerer Gegner ist, der bereits im Hinspiel unserer Mannschaft alles abverlangte. „Sie haben schon einige gute Ergebnisse und überraschende Punkte geholt“, meint unsere Nummer 31, der als wichtig ansieht, „die ersten Zweikämpfe zu gewinnen und nicht in Rückstand zu geraten“. Mit Rückstand werde es noch schwerer, zumal der zu erwartende tiefe Boden eher der Heimelf entgegenkommen könnte, so Brian Jungjohann weiter.

Allen Spielern unserer Mannschaft ist die Schwere der Aufgabe am Sonntag bewusst. Torjäger Christopher Kramer, der bereits zwölfmal traf – bei fussball.de wurden zwei seiner Treffer für andere Schützen vermerkt – äußerte sich entsprechend über den BSV: „Die Bremer sind stärker als Kickers Emden. Es wird nicht einfach. Sie haben es uns im Hinspiel sehr schwer gemacht. Verteidigen können in der Regionalliga alle Mannschaften. So wird es in Bremen kein einfaches Spiel.“ Das sieht grundsätzlich auch der Ex-Bremer Torben Rehfeldt so. Aber unser „Bremen-Experte“ ist kein BSV-Experte. Der Abwehrrecke: „Mit dem Bremer SV hatten wir bei Werder nie etwas zu tun.“

Zwar ist die Verletztenliste bei unserer Mannschaft vergleichsweise überschaubar. Dennoch werden am Sonntag neben Raphael Straub (Wiederaufbautraining nach Kahnbeinbruch) und Ilidio Pastor Santos (OP nach Kreuzbandriss) gleich zwei Stammspieler zusätzlich ausfallen. Finn Wirlmann und Patrick Thomsen – Letzterer saß gegen Emden nach der Dauerbelastung der vergangenen Wochen nur auf der Bank – sahen jeweils ihre fünfte gelbe Karte und werden nun einmal zusehen müssen. Am vergangenen Wochenende musste zudem noch immer Torben Marten (Zerrung) passen. Das Defensivtalent hofft zwar, am Wochenende zur Verfügung stehen zu können. Dazu trainierte er in dieser Woche erstmals wieder mit Zweikämpfen in der Mannschaft. Doch zu erwarten ist, dass die Abwehr unverändert bleibt, während Florian Meyer positionsgetreu den Platz von Finn Wirlmann einnehmen könnte. Ein großer Gewinner des Spiels gegen Kickers Emden war zweifellos Nico Empen, der nach der Partie vor Glück strahlte. Allerdings sollten die Erwartungen nicht zu hoch geschraubt werden. Unsere Nummer 21 weiß selbst, dass der Weg zurück zu alter Stärke ein langer ist und Schritt für Schritt gegangen werden muss.

Das Hinspiel war das bislang einzige Aufeinandertreffen der beiden Kontrahenten. Am 6. August brachte Marcel Cornils unsere Farben früh in Führung (3.). Lamine Diop hatte kurz vor der Pause für die Bremer ausgeglichen (45.), ehe Christopher Kramer nach dem Seitenwechsel vor 917 Zuschauern den 2:1-Siegtreffer für Weiche erzielte (48.).

Nach der langen Herbstserie, in der unsere Mannschaft am Sonntag ihr bereits 20. Liga- und 22. Pflichtspiel absolvieren wird, winkt so langsam die Winterpause. Nicht nur Brian Jungjohann freut sich darauf, aber noch sind zweimal mehr als 90 Minuten zu gehen: am Sonntag in Bremen und fünf Tage später gegen Hannover 96 II. Und da möchten unsere Männer in beiden Partien noch einmal alles raushauen.

 

Hinweise für alle Fans: enge Parkplatzsituation

Das Spiel wird am Sonntag, 4. Dezember 2022, um 13 Uhr im Stadion am Panzenberg in Bremen angepfiffen. Schiedsrichter der Partie ist Benjamin Schmidt (Spvg Laatzen), der von Sebastian Lampe (SC Kampe/Kamperfehn) und Manuel Kramer (Rot-Weiß Sande) assistiert wird. Einen Livestream bei „Sporttotal.tv“ wird es zwar nicht geben, aber einen über https://www.leagues.football/bremersv/. Für alle daheim bleibenden Weiche-Fans werden wir zudem wieder einen Ticker mit Infos zu Spielbeginn, Halbzeit und Abpfiff sowie den Toren auf unserer Facebook-Seite anbieten.

Für die Reise über die A 7, die A 261, die A 1 und die A 27 in die rund 270 km entfernte Hansestadt Bremen müssen (ohne Staus) mit PKW etwa zwei Stunden und vierzig Minuten eingerechnet werden. Offiziell empfiehlt der BSV öffentliche Parkplätze, die auf der Bürgerweide zur Verfügung stehen würden. Von dort – Nordseite des Hauptbahnhofs – soll der Fußweg zum Stadion (Anschrift: Landwehrstraße 4) noch 20 Minuten betragen. Man kann auch die Straßenbahnlinie 10 vom Hauptbahnhof bis zur Haltestelle Haferkamp nehmen, muss dann – am Penny-Parkplatz vorbei – etwas zurückgehen. Generell wird die Anreise mit öffentlichen Verkehrsmitteln empfohlen. Parkmöglichkeiten in unmittelbarer Stadionnähe sind eher rar. Mit öffentlichen Verkehrsmitteln (über Hamburg) muss mit einer Gesamtanreisezeit von fast vier Stunden gerechnet werden (etwa: 08.15 Uhr ab Flensburg, 11.41 Uhr Ankunft in Bremen Hbf.). Vom Hauptbahnhof kann man z. B. ab 11.53 Uhr mit der Linie10 Richtung Gröpelingen an der vierten Station um 11.58 Uhr an der Haltestelle Haferkamp aussteigen. Die Ticketpreise liegen bei 12 Euro (überdachter Sitzplatz; ermäßigt: 8 Euro), 10 Euro (nicht-überdachter Sitzplatz; erm.: 6 Euro) und 8 Euro (Stehplatz; erm.: 5 Euro).

Ein Hinweis noch zum Wetter: In Bremen wird für Sonntag zwar eine geringe Niederschlagswahrscheinlichkeit, aber ein eher kalter zweiter Advent mit Höchsttemperaturen knapp über dem Gefrierpunkt erwartet.

Wir wünschen allen nach Bremen fahrenden Weiche-Fans eine problemlose Anreise, ein schönes Spiel und eine gut gelaunte Rückkehr nach Flensburg.